19/02 2008

Außenwissenschaftspolitik bietet globale Gestaltungsperspektive

Internationalisierungsstrategie von Wissenschaft und Forschung im Bundeskabinett:

„Die Bundesregierung will weltweit deutsche Wissenschaftszentren gründen – als Schaufenster für die deutsche Forschung. Ich unterstütze diese Initiative, zu der Außenminister Steinmeier maßgeblich beigetragen hat“, erklärt die Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag Ulla Burchardt (SPD). „Außenwissenschaftspolitik bietet eine globale Gestaltungsperspektive für Frieden, Demokratie und Menschenrechte.“

Burchardt weiter: „Die Ziele sind klar: Wir brauchen zum einen mehr Forscher aus aller Welt, zum anderen muss Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen, wo es um den Zugang von Bildungschancen geht. Bildung und Ausbildung müssen ohne Einschränkung allgemein zugänglich sein – international und national. Die Teilhabe aller Staaten an der globalen Wissensproduktion ist der Schlüssel für Wachstum und Wohlstand weltweit.“

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt sei weltweiter Wachstumstreiber, aber Zugang und Gewinn seien ungleich verteilt. Um der Spaltung der Gesellschaften in Wissensarme und Wissensreiche innerhalb und zwischen den Staaten wirksam begegnen zu können, bedürfe es auch einer Reform der Vereinten Nationen und der internationalen Friedensinstitutionen. „Ziel deutscher Außenwissenschaftspolitik muss es perspektivisch auch sein, multilaterale Regeln so zu verändern, dass sie den gleichberechtigten Zugang aller Länder an der Produktion, Verteilung und Nutzung von Wissen gewährleisten“, so Burchardt. „Der Wohlstand der entwickelten Staaten lässt sich nicht durch einen Abwehrkampf gegen aufstrebende Länder wie China und Indien aufrechterhalten. Stattdessen müssen die reichen westlichen Staaten ein Interesse daran haben, ärmere Länder beim Aufbau hinreichender eigener Bildungs-, Forschungs- und Technologiekapazitäten zu unterstützen und ihnen so ein sich selbsttragendes nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen.“

Die Internationalisierungsstrategie trüge dem in Ansätzen bereits Rechnung. Wenn sich von Deutschland im Ausland geförderte Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Forschung und Entwicklung für Erneuerbare Energietechnologien und Technologien nachhaltiger Landwirtschaft und Ressourcennutzung engagierten, eröffne dies neue Märkte und sei gleichzeitig ein Beitrag zur Lösung globaler Probleme.